Editorial
"Alpha und Omega - Anfang und Ende" sind nicht
nur der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets, sondern
zugleich ein Symbol für etwas Allumfassendes. Sie beanspruchen das
Ganze. Den Charakter des Umfassenden und des Vollkommenen hat in der Musik
besonders Johann Sebastian Bach verwirklicht, setzte er doch mit seinen
Kompositionen überirdisch hohe Maßstäbe, dass Max Reger
voller Bewunderung über Bach einmal ausrief, er sei "Anfang
und Ende aller Musik".
So nimmt der Kirchheimer Konzertwinter mit diesem Motto Bezug auf den
großen Leipziger Thomaskantor und zeigt eine Auswahl seiner großartigen
und immer wieder in den Bann ziehenden Musik.
Eröffnen wird die Saison der weltbekannte Dirigent des Bach Collegium
Japan, Prof. Masaaki Suzuki mit einem Orgelrezital. Als einer der führenden
Kenner der Werke des großen Meisters und exzellenter Orgelinterpret
wird er neben Werken norddeutscher Meister natürlich auch Musik von
Johann Sebastian Bach an der Kirchheimer Hartung-Orgel zu Gehör bringen.
Der Wiener Verleger Tobias Haslinger hat nach dem Tode von Franz Schubert
eine Sammlung Lieder unter dem Titel "Schwanengesang" herausgebracht,
die schnell große Berühmtheit erlangte. Nach der Winterreise
2004 erklingt in Kirchheim der zweite große bedeutende Liedzyklus
von Schubert mit den Interpreten Dominik Wörner, Bassbariton, und
Christoph Hammer, Hammerflügel.
Im November ist der ungarische Violoncellist Balázs Máté
mit Solosuiten von Bach zu Gast. Máté, unterrichtet von
einem Schüler des legendären spanischen Cellovirtuosen Gaspar
Cassadó, ist seit Jahren international weltweit tätig. Seit
2004 ist er Violoncello-Professor des "European Union Baroque Orchestra".
Zwischen den Jahren gibt es wieder die klassische Paarung von Trompete
und Orgel diesmal mit dem Ungarn Gábor Richter, Preisträger
des Musikwettbewerbes der ARD und zugleich 1.Solotrompeter des Gewandhausorchesters
Leipzig.
Am 6.Februar leitet der estnische Stardirigent Tõnu Kaljuste das
neugegründete Kirchheimer Vokalconsort und führt Rossinis "Petite
Messe solennelle" auf. Der aus 8 erlesenen Stimmen bestehende Chor
wird dabei von Harmonium und Klavier instrumental unterstützt.
Mit der Meistergambistin Hille Perl und dem Lautenisten Lee Santana, die
einen Duo-Abend "per viola da gamba e liuto" gestalten werden,
schließt sich der Reigen außergewöhnlicher Konzerte.
Wir hoffen, dass die Konzertbesucher dem Kirchheimer Konzertwinter, dem
kultivierten Klang in der Region, auch in der 19.Saison von A bis O die
Treue halten werden.
Dominik Wörner
Künstlerischer Leiter des Kirchheimer Konzertwinters
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