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Reza Maschajechi
lebt seit über 40 Jahren in Deutschland. Er verbindet die persische
und die deutsche Kultur durch seine Liebe zur persischen und deutschen
Sprache und durch seine Achtung vor der islamischen Religion und dem Christentum.
Einen Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit bilden Rezitationen
von Texten des Mystikers Rumi in Verbindung mit klassischer Musik. 2004
erschien unter dem Titel Liebesmystik ein Band mit seinen Übersetzungen
einiger Texte Rumis.

Reiner Schulte
studierte Kirchenmusik (A-Examen), Schulmusik, Germanistik und Alte
Musik/Cembalo in Detmold, Stuttgart und Trossingen, u.a. bei Willibald
Bezler, Bernhard Haas, Jon Laukvik und Carsten Lorenz. Meisterkurse für
Orgelimprovisation, Orgel und Cembalo bei Jean Boyer, Jürgen Essl,
Bernhard Klapprott, Pierre Pincemaille und Wolfgang Zerer ergänzten
seine Ausbildung. 1997 erhielt er einen Förderpreis im Rahmen des
Fugato-Orgelfestivals Bad Homburg. Als Dekanatskirchenmusiker war er von
1999 - 2002 an der Liebfrauenkirche in Bad Cannstatt tätig. Seit
2001 ist er darüber hinaus Leiter des Oratorienchores in Aalen. Zusammen
mit seiner Frau Christiane Schulte wirkt er seit 2002 als Dekanatskirchenmusiker
an der St. Johannes- und Christkönigskirche in Backnang.
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Pressekritik
Die Rheinpfalz vom 27. November 2007
(Von unserer Mitarbeiterin Kyra Schilling):
Fremdes und Vertrautes vereint
Kirchheimer Konzertwinter bringt Dichterwort, Orgelklang und Stille zusammen
Im Mittelpunkt der dritten Veranstaltung der aktuellen Konzertwinter-Saison
stand am Samstag der persische Dichter und Mystiker Dschalal ad-Din Muhammad
Rumi, dessen Geburtstag sich dieses Jahr zum 800. Mal jährt. Der
in Nürtingen lebende gebürtige Iraner Reza Maschajechi trug
Verse aus Rumis umfangreichem lyrischen Werk vor. Dazwischen spielte Reiner
Schulte aus Backnang europäische Orgelmusik aus dem 18: und 20. Jahrhundert.
Die Gedichte Rumis hatten schon zu dessen
Lebzeiten glühende Anhänger gefunden, bis heute ist nichts von
ihrer Faszination verloren gegangen. In bilderreicher Sprache beschreibt
er die Beziehung der Menschen zu Gott, ihre Suche nach dem vollkommenen
Glück, das der Mystiker in der liebenden Vereinigung mit Gott erkennt,
und ihre Trauer und Verzweiflung über die erlebte Trennung. Sonne
und Licht stehen als Metaphern für das ersehnte Ziel - Bilder, die
auch die
christliche Tradition kennt. Rumi meint mit Sonne und Licht aber auch
seinen Freund Schams, der ihn, denWissenschaftler und Theologen, lehrte,
der Sprache des Herzens mehr als der des Verstandes zu glauben, und der
ihn nach gemeinsam verbrachter Zeit wieder verließ.
Im Kirchheimer Konzert begegneten sich die Kunstformen Dichtung und Musik
und die Kulturkreise Persien und Europa in vielfältiger Weise. Gelegentlich
standen Text und Musik nebeneinander, wie anfangs die Verse über
Licht und Schatten, Freude und Traurigkeit neben Allegro und Adagio aus
der Triosonate C-Dur von Johann Sebastian Bach. Besonders reizvoll war
es aber, wenn Musik und Lyrik gleichzeitig erklangen. Dann rezitierte
Reza Maschajechi die Verse in persischer Sprache, sich dem Rhythmus der
Musik und der Melodik der Lyrik hingebend und dabei ganz auf die klangliche
Aussage vertrauend. Dazu wählten die Vortragenden Orgelstücke
des 20. Jahrhunderts von Arvo Pärt, Jehan Alain und Willibald Bezler.
Jeweils im Anschluss trug Reza Maschajechi die Verse auf Deutsch in eigener
Übersetzung vor. Der Vortragskunst des Rezitators und dem zugleich
klaren und farbenreichen Orgelspiel Reiner Schultes ist es zu verdanken,
dass beide Vortragsarten ihren eigenen Wert behielten: zum einen die Musik
mit der fremden Sprache, danach die vertraute Sprache in ungewohnter Gestalt.
"In der Stille ruht die Bewegung", nennen Reza Maschajechi und
Reiner Schulte ihr Programm. Die Stille wurde besonders bei einem Orgelstück
des zeitgenössischen Komponisten Willibald Belzer hörbar: Nachdem
der Organist die Stromzufuhr der Orgel ausgeschaltet hatte, aber dennoch
weiterspielte, verschwand der Klang immer mehr, bis er schließlich
verstummte: "Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein
Sausen wohl, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt",
lautet der zugehörige Text aus dem Johannes-Evangelium.
Der Abend endete mit dem Choralvorspiel "O Mensch, bewein dein Sünde
groß" von Johann Sebastian Bach. Es spricht für die Klugheit
der beiden Künstler; dass sie die Orgelstücke von Bach nicht
mit Text unterlegten, sondern es hier bei dem Nebeneinander von Text und
Musik bewenden ließen.
"Bisweilen sind wir sichtbar, bisweilen verborgen, bisweilen Muslims,
Christen oder Juden. Wir durchlaufen viele Formen, bis unser Herz Zufluchtstätte
für alle wird". Diese Erkenntnis von Dschalal ad-Din Muhammad
Rumi ist die Botschaft von Reza Maschajechi und Reiner Schulte. Leider
fanden nicht so viele Zuhörer wie sonst den Weg in die Kirchheimer
Kirche, um die Botschaft zu hören.

Rezitator Reza Maschajechi in der
protestantischen Kirche in Kirchheim.
Foto: Schmitt
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